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Jedes Pferd ist einzigartig!
Isabel Atzinger
  • Isabel Atzinger

Heu ad libidum ist nicht für jedes Pferd ideal

Die Vorfahren unserer Hauspferde haben in der Steppe gelebt und oft 16 bis 18 Stunden pro Tag der Nahrungssuche und –aufnahme gewidmet. Dabei haben sie stets kleine Mengen an Nahrung aufgenommen und haben unzählige Kilometer zurückgelegt. Und genau auf dieses Leben ist der Verdauungstrakt unserer Vierbeiner ausgerichtet: Kleine Mengen, in regelmäßigen, nicht zu großen Abständen gefüttert. Es gilt die Fütterung des eigenen Pferdes bestmöglich an seine Bedürfnisse anzupassen.

Heu ad libidum ist nicht für jedes Pferd ideal

 

Der Magen fasst bei einem mittelgroßen Pferd ca. 15 bis 20 l und ist im Verhältnis zur Körpermaße des Tieres relativ klein. Aus diesem Grund ist es für das Pferd wichtig mehrere kleine Futtermengen am Tag zu sich zu nehmen. Da scheint es geradezu perfekt, dass das Pferd 24h am Tag Heu zur Verfügung steht. Es kann selbst entscheiden wann und wie viel es frisst, die Fresspausen werden kurz gehalten. Aber genau hier liegt oft das Problem – einige Pferde fressen bei freiem Zugang zum Heu oft zu viel. Was aber heißt zu viel? Zu viel ist es dann, wenn der Energiebedarf des Tieres durch das gefressene Heu nicht nur gedeckt sondern deutlich überstiegen wird. Das ist in der Regel der Fall, wenn das Tier nur leicht gearbeitet (Leichte Arbeit entspricht 30 Min. Schritt, 20 Min. Trab und 10 Min. Galopp) wird, aber mehr als 2 kg Heu pro 100 kg Lebendmasse zu sich nimmt. Durch den Überschuss an Energie setzt das Pferd fett an und nimmt an Gewicht zu. Wird das Pferd übergewichtig, kann dies zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb sollte eine Überfütterung grundsätzlich vermieden werden. Wenn deinem Pferd 24h Heu zur Verfügung steht, überprüfe ob das Gewicht passt. Wenn ja, ist alles in Ordnung und dein Pferd kann sich glücklich schätzen immer fressen zu können wenn es mag. Ist dein Pferd aber zu dick, solltest du beobachten wie viel Heu dein Pferd täglich in etwa frisst und dir überlegen, wie du das Heu rationieren könntest. Aber Vorsicht, eine Radikaldiät schadet auch dem Pferd und macht wenig Sinn. Mehr zum Thema „Mein Pferd ist zu dick, was nun?“ folgt in einem weiteren Blogartikel.

 

 

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Wie werden Fresspausen kurz gehalten und die Futtermenge reduziert?

Idealerweise sollte ein Pferd 4 bis fünf Mal am Tag gefüttert werden. Diesen Luxus genießen aber wohl nur die wenigsten von uns Pferdehaltern. Je häufiger gefüttert wird, desto einfacher lassen sich die Fresspausen steuern und reduzieren. Bei dreimaliger Heufütterung kann man sich aber bspw. über die Aufteilung der Futtermenge helfen. Mein Pferd erhält bspw. Über Nacht eine deutlich größere Portion als am Vormittag und zu Mittag. Denn die Zeitspanne zwischen Abend und Vormittag ist am größten. Einerseits gilt es also die Fresspausen möglichst kurz zu halten, andererseits sollen die Fresszeiten ausgedehnt werden. Verlängern kann man die Fresszeiten bspw. durch den Einsatz von Heunetzen, Heuboxen oder das Mischen von Heu und Futterstroh (max. 1kg Stroh / 100 kg Lebendmasse).

Wie viel Heu braucht ein Pferd?

Natürlich hängt auch der Bedarf an Heu vom einzelnen Pferd ab. Grundsätzlich wird jedoch empfohlen, sein Pferd mit ca. 1,5 – 2 kg Heu pro 100 kg Lebendgewicht zu versorgen. Das wären bei einem 500 kg schweren Pferd 8-10 kg Heu. Um zu ermitteln, ob dein Pferd von der 24 h Heuraufe zu viel Heu zu sich nimmt, kannst du rechnen, dass ein Pferd in 40 Minuten Fresszeit rund 1 kg Heu frisst. Frisst dein Pferd bspw. 16 Stunden am Tag, lägen wir weit über dem empfohlenen Tagesbedarf.

Entscheidend in der Heufütterung ist die Qualität

24 h Heu sind nur so gut, wie die Heuqualität. Denn egal wie viel dein Pferd an Heu frisst, entscheidend ist die Qualität des Futtermittels. Pferde sind sehr sensibel in Bezug auf die Futtermittelqualität und können aufgrund dauerhaft schlechter Futtermittel vermeidbare gesundheitliche Probleme entwickeln. Achte also immer darauf, dass dein Pferd kein verdorbenes Heu zu fressen bekommt.

 

 

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Woran erkennst du gutes Heu?

Um die Qualität des Heus beurteilen zu können, müssen wir unsere Sinne aktivieren. Erstens – welche Farbe hat das Heu? Qualitativ hochwertiges Heu hat eine grüne Farbe und macht einen „frischen“ Eindruck. Ist die Farbe des Heus eher bleich und geht farblich ins gelbliche, so wurde es vermutlich spät geerntet, wurde nass bei der Ernte oder wurde bereits zu lange gelagert. Das Heu kann verfüttert werden, sollte aber nicht das täglich Brot des Pferdes darstellen. Denn auch bei Pferden gilt: „Du bist was du isst“. Zudem weißt verblasstes Heu in der Regel einen geringeren Nährstoffgehalt auf. Heu mit einer grauen, schwarzen Farbe ist nicht zur Fütterung geeignet.
Zweitens – wie riecht das Heu? Geh mit deiner Nase ganz nah an das Heu ran und rieche daran. Wenn es angenehm nach Heu duftet ist es von guter Qualität.
Drittens – wie fühlt sich das Heu an? Nimm es in die Hand und fühle wie es sich anfühlt. Fühlt es sich vielleicht leicht feucht an, ist es sperrig? Dann ab auf den Misthaufen damit! Dieses Heu sollte nicht mehr verfüttert werden. Verunreinigungen kommen im Heu immer vor. Bei der Produktion lässt es sich einfach nicht vermeiden, dass mal ein Stein mitrutscht oder ein bisschen Erde etc. Dennoch solltest du darauf achten, dass dein Heu möglichst keine Verunreinigungen enthält. Bei Schimmelpilzbefall solltest du das Heu unter keinen Umständen verfüttern und den gesamten Heuballen entsorgen.