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Isabel Atzinger
  • Isabel Atzinger

Faktern zu Hafer in der Pferdefütterung

Hafer hat in der Pferdefütterung schon lange Tradition. In diesem Blog-Beitrag erfährst du welche Vorteile der Hafer als Pferdefutter bietet und warum es sinnvoll sein kann Hafer seinem Pferd zu füttern.

Faktern zu Hafer in der Pferdefütterung

Hafer als Pferdefutter und seine wertvollen Inhaltsstoffe

Hafer enthält einen im Vergleich zu anderen Getreidearten hohen Lysin-Gehalt. Lysin zählt zu den limitierenden Aminosäuren und ist besonders wichtig für den Leber- und Muskelstoffwechsel. Mit einem relativ hohen Fettgehalt von 5-6% im Haferkorn und einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren liefert Hafer als Pferdefutter wertvolle Energie. Dass Hafer unseren Pferden Energie liefert weiß wohl jeder, dass Hafer außerdem wertvolle Schleimstoffe enthält, die positiv auf die Verdauung wirken kaum jemand. In richtiger Menge kann man mit Hafer im Pferdefutter sogar die Verdauung anregen und dadurch wiederum positiv beeinflussen. 

"Hafer sticht", "Mein Pferd wird blöd vom Hafer", "Bei Hafer bekommt es mein Pferd mit den Nerven" - so und anders hört man Pferdebesitzer oft reden. Der Übermut oder Nervosität der Pferde wird dem Hafer zugeschrieben. Bislang wurden auf wissenschaftlicher Ebene jedoch keine Inhaltsstoffe im Hafer nachgewiesen, die eine solche Wirkung begründen könnten. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es in der Regel auf die Menge an Hafer ankommt, die dem Pferd gefüttert wird. Denn wie oben bereits erwähnt, enthält Hafer Energie, bei entsprechender Raufuttergabe und ergänzender Menge an Hafer, kann es also durchaus zu einem Energieüberschuss beim Pferd kommen, wodurch das Pferd lustiger wird oder auch mal nervöser reagiert. Überprüfe daher den Energiegehalt der gesamten Futterration, damit du entscheiden kannst, wie viel Hafer deinem Pferd zusätzlich gut tut. 

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Ein Mineralfutter ist die beste Ergänzung zu Hafer als Pferdefutter

Trotz der wertvollen Inhaltsstoffe reicht es neben der Gabe von Heu nicht aus seinem Pferd Hafer zu füttern, um das Pferd mit allen notwendigen Mineralstoffen und Vitaminen zu versorgen. (Ausnahmen bestätigen die Regel – manch ein Reiter hat das Glück über hochqualitatives, artenreiches Heu zu verfügen und schafft bei geringer Haferfütterung die Deckung des Nährstoffbedarfes. Gratuliere – du gehörst zu den wenigen Glücklichen unter uns!) Hafer ist sehr phosphorreich aber kalziumarm. Deshalb solltest du bei Gabe größerer Hafermengen darauf achten, den Kalziumbedarf deines Pferdes durch die Gabe eines Mineralfutterzusatzes zu decken bzw. das Kalzium-Phosphor-Verhältnis in der Waage zu halten. Das optimale Kalzium-Phosphor-Verhältnis der Gesamtration deines Pferdes sollte zwischen 1.5:1 und 3:1 liegen. Das Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist eine der wichtigsten Fütterungsregeln und sollte stets Beachtung finden.

Neben Kalzium und Phosphor, spielen natürlich noch viele andere Mineralstoffe und Vitamine eine wichtige Rolle für unsere Pferde. Damit der Organismus mit allen Vitalstoffen versorgt wird, die er benötigt, ist es eben notwendig diese über andere Futtermittel neben Hafer und Heu zu füttern. Was und wie viel dein Pferd davon benötigt, muss individuell erhoben werden. Im Rahmen meiner Erstberatung ermittle ich den Bedarf des jewieligen Pferdes. In Ergänzung zum Raufutter ebe ich in die Futterrezeptur alle Vitalstoffe, die das Pferd zusätzlich benötigt. Damit dein Pferd optimal versorgt ist. 

Warum ist Hafer in der Pferdefütterung die Nr. 1 unter den Getreidesorten

Vergleicht man die Dünndarmverdaulichkeit von Hafer mit unterschiedlichen Getreidesorten, geht Hafer als klarer Sieger hervor. Er weist unbehandelt als ganzes Korn eine Verdaulichkeit im Dünndarm des Pferdes von 84% auf. Quetscht man ihn, wird die Verdaulichkeit nur wenig auf 85% erhöht. Warum aber, ist die Dünndarmverdaulichkeit so wichtig? Der Dünndarm verdaut die Stärke durch das körpereigene Enzym Amylase. Wird die Stärke dort unzureichend verdaut, kommt es zu einer mikrobiellen Verdauung im Dickdarm, die sich allerdings negativ auf das gesamte Verdauungssystem auswirken würde. Daher ist es so wichtig stets auf die Dünndarmverdaulichkeit der jeweiligen Getreidesorte zu achten.
Trotz hoher Dünndarmverdaulichkeit kommt es immer auf die Menge in der täglichen Futterration an. Denn bei zu hohen Mengen kann das Verdauungssystem auch bei Hafer Schaden nehmen. Eine zu hohe Stärkezufuhr führt letztendlich im Dickdarm zu einer Aufnahme von Toxinen über die Blutbahn und ist ein ernstzunehmendes Risiko. Das gilt natürlich auch für alle anderen Getreidesorten. 

Wieviel Stärke enthält Hafer

Wichtig sind wie beschrieben die hohe Dünndarmverdaulichkeit der Stärke und die Menge an Stärke die gefüttert wird. Damit man auch beurteilen kann, wie viel Stärke man durch die Hafergabe seinem Pferd füttert, ist es wichtig zu wissen, dass 1 kg Hafer rund 398 g Stärke enthält (natürliche Schwankungen). Grundsätzlich gelten 5 g Stärke je kg Körpermasse des Pferdes pro Tag als maximale Obergrenze. Wobei diese Angabe für das gesunde „Idealpferd“ gilt. Diese Grenze berücksichtigt keine Beeinträchtigungen und Krankheiten und sollte daher nicht als Regel sondern als warnende Obergrenze gesehen werden. Zudem reicht es nicht die Menge an Stärke nur auf Tagesbasis zu beschränken. Je Mahlzeit sollte idealerweise nicht mehr als 1 g Stärke pro kg Körpermasse des Pferdes aufgenommen werden. Und bitte nicht übersehen, dass es als gesamte Obergrenze gilt - auch im Raufutter kann Stärke enthalten sein und muss mitberücksichtigt werden. 

Pferdefutter Hafer als moderater Energielieferant

Hafer ist bekannt als Energielieferant, scheint Pferde „heiß“ zu machen und für mehr Temperament zu sorgen. Das stimmt so aber nur bedingt, denn ja, er ist ein toller Energielieferant, enthält aber bspw. weniger Energie als Gerste und Mais. Ein kg Hafer liefert 11.1 MJ Energie. Im Vergleich dazu liefern Mais und Gerste aber mehr Energie. Sie sind nicht als „Heißmacher“ verschrien. Hat man das Gefühl, Hafer macht sein Pferd überdreht und lustig, sollte man daher als erstes die Menge des Hafers in Abstimmung auf den Bedarf seines Pferdes hin überprüfen. In vielen Fällen wird zu viel Hafer gefüttert und eine Reduktion kann bereits den gewünschten Erfolg zeigen.

Gequetscht, ganz oder Haferflocken als Pferdefutter?

Hafer wird aufgrund seiner Größe von den Pferden ausgiebig gekaut, sodass er anschließend gut verdaut werden kann. Ein Quetschen oder Flocken ist daher grundsätzlich nicht notwendig. Wenn dein Pferd den Hafer allerdings nicht ausreichend zerkaut, macht ein Aufschließen des Kornes vor der Fütterung durchaus Sinn. 

Dein Pferd sollte gequetschten Hafer oder Haferflocken bekommen, wenn...

>>  dein Pferd ist jung (bis ca. 4 Jahre) und hat seinen Zahnwechsel noch nicht abgeschlossen

>> dein Pferd hat EORTH und ist dadurch in seiner Kaufähigkeit eingeschränkt

>> dein Pferd schlingt und nimmt sich zu wenig Zeit zum kauen

>> dein Senior hat zwar noch alle Zähne, aber die Kauflächen sind nicht mehr optimal, vielleicht schon ungleich abgerieben (regelmäßige Kontrolle & Bearbeitung durch den Tierarzt vorausgesetzt)

>> dein Pferd hat Zähne verloren oder Zähne mussten gezogen werden

Besser Haferflocken als Pferdefutter nutzen oder den Hafer quetschen? Wenn du die Möglichkeit hast, den Hafer täglich bis alle zwei Tage frisch zu quetschen kannst du gerne gequetschten Hafer füttern. Wenn du allerdings keine Möglichkeiten hast, Hafer frisch zu quetschen, empfehle ich dir Haferflocken als Pferdefutter einzusetzen. Haferflocken werden thermisch behandelt und gewinnen dadurch auch an Haltbarkeit. Im Gegensatz zu gequetschtem Hafer kannst du sie einlagern. Quetschhafer hingegen ist wegen seiner aufgebrochenen Schale idealer Nährboden für Parasiten. Auch die Staubentwicklung ist bei gequetschtem Hafer deutlich höher als bei Haferflocken.

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Ist Schwarzhafer oder Gelbhafer besser für dein Pferd geeignet?


Die Farbe des Hafers ist nicht entscheidend - ausschlaggebend ist stets die Qualität des Hafers. Ein qualitativ hochwertiger Gelbhafer sollte daher einem Schwarzhafer von schlechter Qualität vorgezogen werden. Prüfe die Qualität deines Hafers daher genau mit allen Sinnen – welche Farbe hat der Hafer? Wie schmeckt er? Wie riecht er? Wurde er vor Verfütterung gereinigt? Wurde er gesiebt? Wenn du dir deinen Hafer genauer angesehen hast und mit der Qualität zufrieden bist, dann kannst du Schwarzhafer und Gelbhafer mit bestem Gewissen an dein Pferd verfüttern. Wenn du nun Schwarzhafer kaufen möchtest, achte unbedingt auf die Qualität. Angebot zu Schwarhafer für Pferde gibt es unzählige, doch die Qualität ist am Ende ausschlaggebend!  

Tipp: Wenn du Schwarzhafer für PFerde kaufst, achte darauf, dass er nicht karamellisiert wurde. Dies würde eine zusätzliche Zuckerquelle darstellen, die einfach nur unnötig und belastend ist. Zudem wird durch das karamellisieren möglicher Dreck und Feinstaub an das Korn gebunden. Der Hafer glänzt, staubt nicht und wirkt auf den ersten Blick ganz toll... aber eben leider nur auf den ersten Blick. Lies immer das Etikett bevor du Hafer für dein Pferd kaufst. 

Hafer und seine Auswirkungen auf die Nerven des Pferdes

Immer wieder hört man, der Hafer könnte Auswirkungen auf die Nerven unserer Pferde haben. Tatsächlich wurde im Hafer aber bislang kein Inhaltsstoff nachgewiesen, der die Ursache dafür sein könnte (wie oben bereits erwähnt). Allerdings ist bekannt, dass die Kontamination von Futtermitteln die Nerven schädigen und zu Schreckhaftigkeit führen kann. Es liegt daher nicht am Futtermittel an sich sondern am Befall von Pilzen, Hefen oder Bakterien, die Nerven schädigen können. Befallene Futtermittel egal ob Hafer oder Heu dürfen in keinem Fall verfüttert werden. Futtermittel die mit Schimmelpilzen, Milben oder Bakterien kontaminiert sind, schaden nicht nur den Nerven sondern auch dem Verdauungstrakt und Immunsystem. Die Kontamination kann die Nerven beeinträchtigen und zu Schreckhaftigkeit führen

Haferallergie und Situationen in denn kein Hafer gefüttert werden soll

Allergien gegen Hafer sind sehr selten, eine Gluten-Unverträglichkeit bei Pferden auch. Dennoch zählen auch sie zu den Situationen in denen kein Hafer gefüttert werden soll. Leidet dein Pferd an Magenschleimhautreizungen oder einem Magengeschwür solltest du beispielsweise nicht mehr als 2 g Stärke pro kg Körpermasse füttern. Aber auch bei einer Erkrankung an Hufrehe, Equinem Cushing Syndrom, Equinem Metabolischem Syndrom sollte Getreide nur nach eingehender Bedarfsanalyse und Abstimmung mit dem Tierarzt erfolgen.

Hafer oder doch Gerste, Mais, Roggen oder Weizen

Vergleicht man Gerste mit Hafer, weist sie einen höheren Energiegehalt bei geringerer Rohfaser auf. Das Korn der Gerste ist sehr hart, die Dünndarmverdaulichkeit schlechter als die des Hafers und liegt beim ganzen Korn bei lediglich 22% (Hafer bei 84%). Aus diesem Grund sollte Gerste in Form von Gerstenflocken gefüttert werden. Aber Achtung wegen des höheren Energiegehaltes entspricht 1 kg Gerste nicht gleich 1 kg Hafer. Auch die Nährwerte sind unterschiedlich. In Vergleich zu Hafer weist Mais als Korn eine schlechtere Verdaulichkeit auf. Wird der Mais allerdings thermisch behandelt und in Form von gepufftem Mais verwendet, steigt die Verdaulichkeit auf 90 % und kann damit erfolgreich in der Pferdefütterung eingesetzt werden. Mais weist ebenso einen leicht höheren Energiewert auf und liefert weniger Proteine und Rohfaser als Hafer.

Quellen: „Mischfutterherstellung“, 2010, Kersten, Rohde, Nef; Pferdehaltung und Fütterung, 2015, Bender, S. 309; Moderne Pferdefütterung, 2011, Weyhrauch, Seite 135, 136;  Pferdefütterung, 2014, Meyer, Coenen