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Jedes Pferd ist einzigartig!
Isabel Atzinger
  • Isabel Atzinger

Was sagt Mist über dein Pferd aus?

Pferdemist mag für den ein oder anderen nicht besonders ansehnlich sein, aber für uns Reiter, ist er ein wichtiger Informationsgeber über das Wohlbefinden unseres Pferdes. Anhand der Pferdeäpfel kannst du sehen, ob dein Pferd Stress hat, ob es das Futter ausreichend zerkleinert und ob der Verdauungstrakt einwandfrei funktioniert. In manchen Fällen kann auch ein Wurmbefall festgestellt werden.

Was sagt Mist über dein Pferd aus?

Fakten über Pferdemist

Ein 500 kg schweres Pferd produziert täglich etwa 25 kg Pferdemist, das sind im Jahr in etwa 9 Tonnen. Am Tag mistet ein Pferd in etwa 12-mal, in Abständen von ca. 2 Stunden. Bis Futter das gefressen wurde, als Pferdeapfel wieder das Pferd verlässt, dauert es in der Regel 3-4 Tage.

Beurteilung des Pferdemists

Der Pferdemist sollte regelmäßig betrachtet werden, um Veränderungen im Wohlbefinden des Pferdes besser beurteilen zu können. Dabei kann man die Farbe, die Größe und Festigkeit der Pferdeäpfel aber auch den Geruch miteinbeziehen.

Die Farbe der Pferdeäpfel hängt unmittelbar mit den Futtermitteln zusammen. Bei Grasfütterung färbt sich der Mist eher grün, bei Heu-Hafer-Rationen eher gelb-braun. Wird eine schwarze, gelbe Farbe oder Blut- und Schleimbeimengungen beobachtet, sollte jedenfalls umgehend der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Eine Schwarzfärbung könnte auf eine Darmblutung oder Magenschleimhautentzündung hinweisen. Aber Achtung – bei Fütterung von Rote Beete kann eine leichte Orange-/Rotfärbung entstehen. Am besten ist daher, immer zu überlegen wie die Fütterung aktuell aussieht um eventuelle Zusammenhänge erkennen zu können.

Beim gesunden Pferd sind die Pferdeäpfel meist grün-braun, mäßig durchfeuchtet und haben einen leichten Glanz. Der Geruch ist weder stinkend, noch sauer. Die Pferdeäpfel landen in Form am Boden, können bei Druck aber leicht zerteilt werden.

Harte, kleine Kotballen deuten auf ein erschwertes Absetzen der Pferdäpfel hin. Zu solchen Pferdeäpfeln kommt es in der Regel durch die Fütterung großer Kraftfuttermengen, aber auch bei zu geringer Futteraufnahme oder Verdauungsstörungen. Durch eine Erhöhung des Raufutters könnte bereits eine Besserung eintreten. Auch der Einsatz von gequollenem Leinsamen ist zu empfehlen. Wenn keine Verbesserung eintritt, könnte eine Untersuchung des Verdauungstraktes in Erwägung gezogen werden. Auch sollte bedacht werden, dass kleine, feste Ballen ein Vorbote einer Verstopfungskolik sein können.

Eine zu weiche Kotkonsistenz tritt häufig während der Weidesaison auf. Die Konsistenz ist dann oft auf eiweißreiches, rohfaserarmes Saftfutter zurückzuführen. Aber auch bei übermäßiger Fütterung von Trockenschnitzel, Fütterung von Grassilage kann es zu einer weichen Kotkonsistenz kommen. (Von der Fütterung von Grassilage raten wir grundsätzlich ab.) Aber auch durch Stress in Form von Aufregung, Nervosität, Umstellung der Haltungsform etc. kann es zu einer Veränderung der Pferdeäpfel kommen.

Neben einer weichen Kotkonsistenz kann es des Weiteren auch zum Absatz von freiem Kotwasser kommen. Mehr dazu liest ihr im jeweiligen Blogartikel. Aber auch Durchfall kann auftreten. Sollte dieser nicht auf offensichtliche, kurzzeitige Ursachen zurückzuführen sein, sollte stets ein Tierarzt konsultiert werden. Bei Durchfall ist auf eine ausreichende Wasseraufnahme zu achten, um ein Austrocknen zu verhindern (Insbesondere bei immunschwachen Tieren).

Wenn man den Pferdemist näher betrachtet, kann man zudem darauf zurückschließen, ob das Futter ausreichend gekaut wurde. Sind größere Futterpartikel zu finden, sollte eine Zahnkontrolle in Betracht gezogen werden. Wird ganzer Hafer gefüttert, kann man vermutlich immer wieder mal ein ganzes Haferkorn im Mist beobachten. Wenn es nur wenige Haferkörner sind, ist es okay, es könnte allerdings in Betracht gezogen werden, anstatt ganzem Hafer, Haferflocken einzusetzen. Gerade bei Pferden unter 4 Jahren und Senioren sollte der Faktor Zahngesundheit in Betracht gezogen werden.

Werden die Pferde auf abgefressenen, sandigen Weiden gehalten, sollte auch der Sandgehalt im Mist berücksichtigt werden, um Sandkoliken zu vermeiden. Durch Auflösen des Kots in Wasser kann dieser beurteilt werden. Ist auffallend viel Sand vorhanden, kann eine kurweise Fütterung von Flohsamenschalen helfen den Sand abzutransportieren (Flohsamenschalen bekommt ihr bei Bedarf über uns).

Grundsätzlich sollte aber immer als erstes die Ursache für die Veränderung der Kotkonsistenz gesucht werden, damit diese behoben werden kann. Alles andere wäre nur Symptombekämpfung. Je regelmäßiger du den Mist deines Pferdes beobachtest, umso besser kannst du die Dringlichkeit der Veränderungen einschätzen.

Einfluss der Fütterung

Wie du bereits lesen konntest, hat die Fütterung einen direkten Einfluss auf den Pferdemist. Wenn die Ursache gefunden ist, kann man daher über die Fütterung vieles beeinflussen. Neben der Adaption der Raufuttergabe muss auch das Krippenfutter sowie die Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen an das Pferd angepasst werden. Eine Unter- aber auch Überversorgung soll verhindert, die Aufnahme von Vitalstoffen ermöglicht werden. Dabei wird die Adaption bei jedem Pferd individuell ausfallen, weshalb wir keine allgemeinen Ratschläge geben können. Aber wie du weißt, hast du bei Bedarf die Möglichkeit, dir von uns nicht nur das optimale Krippenfutter für dein Pferd zusammenstellen zu lassen sondern erhältst auch Tipps für dein tägliches Fütterungsmanagement.

Kotprobe auf Wurmbefall

Mit dem Thema der selektiven Entwurmung, wurde auch die Kotprobe zum Thema in Reiterkreisen. Eine Kotprobe kann an Labore gesendet werden, die dann eine Verwurmung feststellen können. Dies bietet oftmals die Grundlage für die Entscheidung, ob und wann entwurmt wird. Da dies aber ein umfassendes Thema ist, werden wir es mal in einem separaten Blogbeitrag behandeln. Sollte es derweil vorab Fragen dazu geben, schreib uns bitte einfach an info@carevallo.com. Danke!

(Quelle: „Pferdefütterung“, 2014, Coenen, Meyer, S. 243-244, Equine applied and clinical nutrition, 2016, Coenen, Geor, Harris, S. 346; Reitsport Magazin, Dr. Michael Paar)