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Jedes Pferd ist einzigartig!
Isabel Atzinger
  • Isabel Atzinger

Wie du dein Pferd richtig anweidest

Alle Jahre wieder, freuen sich auch unsere Pferde auf den Frühling. Die Tage werden länger, ein Ritt am Außenreitplatz wieder richtig angenehm. Die ersten Blüten sprießen aus dem Boden und auch die Vögel zwitschern fröhlich umher. Die triste Stallzeit ist vorüber und die Pferde dürfen endlich wieder auf die geliebten Weiden. Damit der Weidespaß kein schlechtes Ende nimmt, geben wir Tipps zum richtigen und vor allem langsamen Anweiden. Auf was kommt es wirklich an und sollte jedenfalls beachtet werden?

Wie du dein Pferd richtig anweidest

Langsam aber sicher

Nach den Wintermonaten kommen viele Pferde erstmals wieder auf die Weide. Die einfachste Erklärung, warum das Anweiden also langsam erfolgen sollte, ist die Umstellung des Futters – von Raufutter auf Saftfutter. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist äußerst sensibel was Veränderungen betrifft. Er muss sich erst darauf einstellen nun auch Saftfutter zu verdauen, um nicht aus den Fugen zu geraten. Wird der Pferdekörper überfordert, kommt es nicht selten zu Koliken, Durchfall oder Hufreheschüben..Aus diesem Grund sollte man sich für das Anweiden 2-4 Wochen Zeit nehmen. Aber auch Pferde die auf einer Winterweide stehen, sollten langsam an das frische Grün gewöhnt werden, da das junge Gras mehr Eiweiß und Fruktan enthält. Die tägliche Anweidezeit kann dabei variieren, je nachdem ob mein Pferd bereits vorbelastet ist, oder aber kerngesund. Bei einem gesunden Pferd kann man die tägliche Weidezeit nach der ersten Woche Anweiden um ca. 15 Minuten erweitern. Bei vorbelasteten Pferden, die bspw. zu Koliken neigen, sollte langsamer vorgegangen werden. Grundsätzlich gilt, wer sich mehr Zeit nimmt, ist auf der sicheren Seite. In der ersten Woche empfehlen wir die tägliche Steigerung nur im Minutenbereich zu halten. Wichtig dabei ist, dass das Anweiden kontinuierlich erfolgt. Stoppt man das Anweiden nach der ersten Woche weil eine Woche Dauerregen einsetzt, sollte man nach dieser Woche auch wieder bei Null mit dem Anweiden beginnen. Ein Anweide-Tipp von uns > die Pferde vor dem Weidegang mit dem gewohnten Raufutter zu füttern und somit den ersten Hunger zu stillen. Dadurch kann der erste Heißhunger genommen und der Darm besser auf das Futter vorbereitet werden. Nach dem Weidegang sollte erneut erst Heu gefüttert werden, bevor die tägliche Portion Krippenfutter folgt.

Was passiert im Verdauungstrakt bei der Futterumstellung?

Konkret geht es bei der Futterumstellung von Heu auf Gras vor allem um die Umstellung im Darm. Bekommt das Pferd von heute auf morgen plötzlich Gras statt Heu vorgesetzt, kann es unter Umständen die Kohlenhydrate im Dünndarm nur unzureichend verdauen. Diese landen dann zum Teil unverdaut im Dickdarm. Dort werden nun die „guten“ Bakterien von Milchsäurebakterien verdrängt und sterben. Es entstehen Endotoxine, die über die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen und dadurch zu den genannten gesundheitlichen Schäden führen können – Kolik, Durchfall und Hufrehe. Kommt es zu ersten Anzeichen, sollte der Weidegang sofort gestoppt und zurückgefahren und ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Der richtige Zeitpunkt zum Anweiden

Und dann wären da noch die zahlreichen Studien zum Thema Fruktangehalt im Gras. Konkret geht es darum, wann der Fruktangehalt im Der Fruktangehalt im Gras variiert von Weide zu Weide, von Jahreszeit zu Jahreszeit sowie je nach Tageszeit und Wetter. Es lassen sich also schwer Pauschalaussagen treffen. Allerdings kann man sich merken, dass grundsätzlich der Fruktangehalt in gestresstem Gras höher ist. Das heißt, wenn das Gras nicht wachsen kann, speichert es seine Energie vor allem in den Stängeln ein. Das ist bspw. der Fall an kalten Tagen, bei Frost aber auch an besonders sonnigen Tagen. Milde, bedeckte Wetterperiode eigenen sich also besser zum Anweiden. Pferde die zur Risikogruppe für Koliken, Hufrehe zählen, an einer Stoffwechselerkrankung leiden oder Rassebedingt gefährdet sind, sollten daher vor allem nach kalten Nächten erst nach Mittag auf die Weide gebracht werden. Und dann wäre da noch die Entwurmung. Idealerweise planen sie die Entwurmung 1-2 Wochen vor dem Anweiden und nicht während der Anweidezeit ein, da dies den Stoffwechsel des Pferdes zusätzlich belasten würde.

Futteranpassung

Kommen die Pferde nun wieder mehrstündig auf die Weide, mach je nach Bewuchs und Weidezeit eine Adaption der Krippenfuttermenge durchaus Sinn. Der Energie- und Eiweißbedarf ist in vielen Fällen bereits durch das Grünfutter gedeckt. Allerdings besteht auch weiterhin ein Nährstoffbedarf, der insbesondere im Bereich der Spurenelemente weiterhin über Krippenfutter gedeckt werden muss. Insbesondere dann, wenn zeitgleich vermehrt trainiert wird, da ja auch die Turniersaison wieder begonnen hat. Besonders im Frühjahr fehlt es dem Gras oft an notwendigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Jeder Carevallo Kunde, kann uns daher jederzeit über die Änderungen in Hinblick auf die Weidezeit seines Pferdes informieren und schon adaptieren wir bei Bedarf seine Futtermischung, die nächste Futterlieferung erfolgt optimiert auf den Bedarf während der Weidezeit.