14/07/2022

Wurmarten beim Pferd

Ein Wurmbefall beim Pferd lässt sich leider nicht ausschließen bzw. nicht vollständig vermeiden. Die meisten Pferdebesitzer entwurmen daher regelmäßig oder nach selektivem Vorgehen. Entscheidend ist in der Behandlung jedoch, das richtige Wurmmittel je nach Wurmart zu wählen. In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr über die einzelnen Wurmarten, die beim Pferd am häufigsten vorkommen.

Wurmarten beim Pferd

Kleine Strongyliden 

Die Kleinen Strongyliden sind weltweit die am häufigsten auftretende Wurmart beim Pferd. In der Regel stellen Kleine Strongyliden für ein ausgewachsenes Pferd bei zeitnaher Behandlung keine große Bedrohung dar. Außer die Anzahl der im Darm angesiedelten Strongyliden ist hoch und die Schleimhaut wird infiziert. Dies kann zu einer umfassenden Schädigung im Darm führen.  Die Larven werden von den Pferden auf der Weide (über den Boden) aufgenommen. Dann wächst die Larve durch verschiedene Stadien im Magen-Darm-Trakt zu einem Wurm heran. Der Wurm produziert Eier, welche über die Pferdeäpfel ausgeschieden werden. Dies ist der erneute Beginn des Kreislaufes. Über den Winter liegt die Larve eingekapselt in der Darmwand, weshalb es im Frühjahr zu einer Massenauswanderungen der Larven kommen kann.

Für jüngere Pferde kann dies zu einem ernsthaften Problem werden. Tückisch ist, dass bei einer Kotuntersuchung die Wurmeier nachgewiesen werden können, jedoch nicht ob und wie viele Larven im Darm eingekapselt sind. Deswegen sollten insbesondere junge Pferde, wenn sie nicht schon während der Weidesaison eine Wurmkur bekommen haben, spätestens zum Saisonende eine Behandlung bekommen. Da die kleinen Strongyliden leider gegen die vorhandenen Wurmmittel bereits Resistenzen entwickelt haben sollte man nur so oft behandeln wie wirklich notwendig.

Große Strongyliden

Diese Art von Würmern ist die größte parasitäre Gefahr für Pferde. Auch sie werden größtenteils über die Weide aufgenommen. Die Larven der großen Strongyliden haben das Ziel sich im Dickdarm einzunisten. Bevor sie dort ankommen, durchwandern sie verschiedene Organe im Körper des Pferdes und können diese nachhaltig schädigen. Im Dickdarm angekommen reifen sie zum Wurm heran. Die Symptome die ein befallenes Pferd zeigt können sehr vielfältig sein und reichen von Koliken, Abmagerung bis hin zur Blutarmut. Ohne Behandlung kann der Verlauf tödlich enden. Das große Ziel ist es den Erreger zu eliminieren und einen Befall zu vermeiden (bspw. durch regelmäßiges Abäppeln der Pferdeweiden).

Spulwürmer

Spulwürmer kommen sehr häufig in Pferdebeständen vor. Dieses liegt unter anderem an der großen Anzahl an Eiern und der hohen Widerstandsfähigkeit der Spulwürmer. Ein Weibchen kann bis zu hunderttausende Eier ausscheiden. Diese können in der Umwelt Monate bis Jahre überleben. Auch der Spulwurm wird meist über das Maul aufgenommen. Über den Magen und die Einwanderung in die Blutgefäße gelangt die Larve auch in die Leber, zum Herz und in die Lunge. Durch das Hochhusten, gelangen die Larven wieder in den Magen Darm Trakt des Pferdes, dabei wird die Reifung abgeschlossen. Die Eier werden über den Pferdekot ausgeschieden. Vor allem sind Fohlen und Jährlinge von dem Pferdespulwurm betroffen. Fohlen sollten ab dem Alter von 8 Wochen behandelt werden, es folgt eine weitere Behandlung im Alter von 18 Wochen.  Ab dem Alter von 4-6 Monaten stellt sich eine partielle Immunität nach dem Kontakt mit einem Spulwurm ein. Jährlinge sollten vier Behandlungen erhalten. Ältere Pferde sollten nur bei Bedarf entwurmt werden, da sich auch bei dieser Wurmart bereits Resistenzen gegen die eingesetzten Wurmmittel gebildet haben.

Zwergfadenwürmer

Dieser Parasit kommt am häufigsten bei Fohlen vor. Hier erfolgt die Ansteckung über die Muttermilch. Der Zwergfadenwurm kann sich aber nicht nur im Pferdedarm vermehren sondern auch in der Erde oder Einstreu. Dies ist eine Besonderheit dieser Wurmart.

Bandwürmer

Die Aufnahme der Bandwürmer erfolgt durch die Mossmilbe als Zwischenwirt. Die Bandwurmlarve entwickelt sich in der Moosmilbe weiter und das Pferd nimmt diese über das Weidegras auf. Meist erfolgt die Ansiedlung des Bandwurm zwischen Dünn- und Blinddarm. Schwere Darmentzündung könne die Folge eines nicht erkannten Befalls sein. Ein Wurmbefall kann nicht zu hundert Prozent über eine Kotprobe festgestellt werden, man verwendet zusätzlich auch Serum- und Speichelproben. Bei einem positiven Bandwurm Fall sollte der gesamte Bestand entwurmt werden. Empfohlen wird eine einmal jährliche vorbeugende Behandlung nach Ende der Weidesaison, da der Parasit eher in der zweiten Hälfte der Saison ein Problem ist. Bei Problembeständen, wird eine zusätzliche Entwurmung in Juni/Juli empfohlen. Auch, wenn man mittels selektiver Entwurmung arbeitet, wird empfohlen, wenigstens am Ende der Weidesaison, den Pferden eine Wurmkur gegen Bandwürmer zu geben.

Dasselfliege

Streng genommen sind Dasselfliegen keine Würmer, allerdings kommt bei einem Befall auch eine Wurmkur zum Einsatz. Die Larven von den Dasselfliegen sind die Magendasseln. Die Dasselfliege legen ihre Eier im Juli und August, vor allem an den Vorderbeinen und an der Mähne der Pferde, ab. Die Larven haben einen Feuchtigkeitsreiz, bei dem sie unmittelbar aus dem Ei schlüpfen. Wenn das Pferd die Beine ableckt, gelangen die Larven direkt über die Zunge in den Pferdemagen. Im Magen bleiben die Larven bis zum Frühjahr, dabei kann es zu Entzündungen der Magenschleimhaut kommen. Die Dassel verursacht kleine Krater, welche zu Sekretionsstörungen führen kann. Manche Pferde reagieren darauf mit Koliken. Die Larven werden mit dem Kot ausgeschieden und verpuppen sich. Nach einigen Wochen schlüpft die Dasselfliege, sodass sie im Juli/August wieder Eier ablegen kann. Vorbeugend kann man die Eier im Sommer mithilfe eines speziellen Dassel-Messers vorsichtig von den Pferdebeinen entfernen.

Großer Leberegel

Auch bei dieser Infektion wird der Egel durch das Grasen aufgenommen. Der große Leberegel hat einen komplizierten Lebenszyklus, da er als Zwischenwirt eine Süßwasserschnecke hat. Da die Schnecke nur in feuchter Umgebung überlebt, finden Infektionen meist nur in feuchten, zum Beispiel sumpfigen Gebieten statt. Feuchte Gebiete können zu einem Infektionsherd werden.

Zu finden ist der Leberegel in den Gallengängen der Leber und produziert dort seine Eier, die dann durch den Kot ausgeschieden werden.  Aus den Eiern, wird innerhalb einer Woche eine Larve. Diese macht sich auf die Suche nach ihrem Zwischenwirt, der Süßwasserschnecke. Nach Eindringen in die Schnecke, entwickelt sich die Larve weiter und erreicht das nächste Stadium. In diesem Stadium verlässt die Larve wieder die Schnecke und bildet den Infektionsherd für die Pferde. Nach Aufnahmen des Pferdes und auf dem Weg zur Leber, bohrt sich die junge Larve durch die Darmwand. Der Aufenthalt kann bis zu einigen Wochen dauern, bis die Larven in die Gallengänge gelangen. Der gesamte Zyklus dauert mindestens 4-6 Monate. Allerdings haben viele Pferde einen natürlichen Immunschutz, der Körper ist in der Lage, den Parasiten erst zu immobilisieren und auszuscheiden. Ein Befall ist bei Pferden relativ selten und kommt vor allem dann vor, wenn Pferde gemeinsam mit Wiederkäuern gehalten werden. Bei einem Befall wird dein Tierarzt gezielt behanden und ggbfs. auch die Leber einer Kur unterziehen. Gerne können wir in diesem Fall begleitend tätig werden und mit einer gezielten Kräutergabe unterstützen. 

Lungenwürmer

Der Lungenwurm befällt die Atemwege der Pferde und gehört zu einer der gefährlichsten Wurmarten. Man bemerkt den Lungenwurm durch vermehrtes Husten, generell Atembeschwerden und gelegentlich Nasenausfluss. Da diese Symptome vielfältige Hintergründe haben können und nicht nur bei einem Lungenwurmbefall auftreten, gestaltet sich die Diagnosestellung besonders schwierig. Allerdings kann man Lungenwürmen durch eine Kotprobe feststellen.  

Magenwürmer

Wie der Name schon verrät, siedeln sich die Würmer im Magen und manchmal auch im Dünndarm an. Es entsteht eine Störung des Magen-Darmtraktes und es kann bis hin zu einer Magenschleimhaut Entzündung führen. Auch dieser Wurmbefall tritt vor allem dann auf, wenn das Pferd gemeinsam mit Wiederkäuern auf der Weide gehalten wird.

 

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Quellen:

https://www.pferde-entwurmung.de/Magendasseln.aspx

https://parasitenportal.de/parasiten-beim-pferd/wuermer-beim-pferd-ansteckung-symptome-und-behandlung/

https://wurmbekampfung.eu/wurmbekaempfung-pferde/wuermer-pferd/leberegel/#:~:text=In%20den%20letzten%20Jahren%20werden,durch%20einen%20komplizierten%20indirekten%20Lebenszyklus

https://www.pferd-aktuell.de/ausbildung/pferdehaltung/entwurmung

https://www.esccap.de/wurmarten-beim-pferd/

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